PHILOS-Gewinner 2013

Am 13. Februar fand anlässlich der GTH-Jahrestagung in Wien die PHILOS-Preisverleihung statt. Die Überraschung: Vier anstatt drei Hauptpreise wurden in diesem Jahr von der Jury vergeben. Und darüber hinaus wurde erstmals der Publikumsfavorit geehrt.

PHILOS Gewinner 2013

 

Platz 1 – „Jugendfreizeit am Edersee“ (DHG) e.V.

Zu ihrem eindeutigen Favoriten kürte die Jury in diesem Jahr die DHG-Jugendfreizeit am Edersee. Der mit 10.000 Euro dotierte erste Platz geht damit an das deutschlandweit einzige Freizeitcamp, das speziell auf die Bedürfnisse von Jugendlichen mit Hämophilie ausgerichtet ist und ihnen in der schwierigen Phase der Pubertät eine wichtige Anlaufstelle bietet. In einem Alter, in dem Verantwortung für die eigene Gesundheit oft als lästig empfunden wird und andere Themen im Vordergrund stehen, erfahren die Kids am Edersee Unterstützung, Halt und ein offenes Ohr für ihre Probleme. Ein wichtiges Ziel des ehrenamtlichen Ärzte- und Betreuerteams der DHG-Jugendfreizeit ist es, die Jugendlichen zu motivieren, ihre Hämophilie-Therapie regelmäßig weiterzuverfolgen. Aber auch sensible Themen wie Sexualität, Zukunftsangst und Karriereplanung werden offen angesprochen. Seit 2010 begleitet das Projekt jedes Jahr für zwei Wochen zwölf junge Menschen zwischen 15 und 17 Jahren auf ihrem Weg in ein verantwortliches Erwachsenenleben mit Hämophilie.

Platz 2 – „Hämophilie vertikal“ (LMU München)

Platz zwei beim PHILOS 2013 und ein Fördergeld in Höhe von 5.000 Euro erhält „Hämophilie vertikal“, ein therapeutisches Kletterprojekt für junge Erwachsene unter maßgeschneiderter Prophylaxe. Das innovative Pilotprojekt der Ludwig-Maximilians-Universität München soll Patienten mit schwerer Hämophilie zum regelmäßigen Sport animieren. Gestärkt durch die Gemeinschaft und ein neu gewonnenes Selbstbewusstsein zeigten die Teilnehmer zwischen 16 und 35 Jahren beim vorbereitenden Hallen-Klettertraining mit Ausdauerprogramm und beim Klettercamp im Wettersteingebirge, was in ihnen steckt. Außerdem hat sich das Team eine höhere Motivation zur konsequenten Anwendung einer individualisierten Prophylaxe zum Ziel gemacht – und den Erfolg mit einer begleitenden Studie belegt. Therapeutisches Klettern eignet sich wegen des niedrigen Verletzungsrisikos und der stärkenden Wirkung auf Muskulatur und Gelenke besonders gut als Sport für Menschen mit Hämophilie.

Platz 3 – „Eltern-Kind Wochenenden“ (BBB) e.V.

Zwei Projekte haben die Jury in diesem Jahr gleichermaßen überzeugt, so dass sie den mit 2.500 Euro dotieren dritten Preis doppelt vergibt: Die Eltern-Kind-Wochenenden der Bluter Betreuung Bayern (BBB e.V.) bieten jungen Familien mit hämophilen Kindern halbjährlich die Möglichkeit zum intensiven Erfahrungs- und Informationsaustausch mit anderen Betroffenen und Ärzten. Vor allem der ungezwungene, freundschaftliche Kontakt zu „erfahrenen“ Eltern und Hämophilie-Experten sowie das praktische Erlernen der Heimselbstbehandlung geben den jeweils rund 15 teilnehmenden Familien Sicherheit und Orientierung.

Platz 3 – Konduktorinnengruppe FfM

Das zweite, ebenfalls auf den dritten Platz gewählte Projekt ist den Müttern als Überträgerinnen der Hämophilie-Erkrankung gewidmet: Bei den vierteljährlichen Treffen der Konduktorinnengruppe Frankfurt am Main finden vor allem Mütter von Kindern mit Hämophilie Unterstützung, deren Alltag häufig von Schuldgefühlen, Ängsten und einer hohen Verantwortung geprägt ist. Doch nicht nur intensive, einfühlsame Gespräche und der gegenseitige Erfahrungsaustausch bereichern die Treffen, sondern auch die Möglichkeit, sich über neueste medizinsche Entwicklungen zu informieren oder an einem Konduktorinnen-Wochenende im geschützten Rahmen der Gruppe abzuschalten und Entspannungstechniken zu lernen.

Publikumspreis – DHG Sachsen

Erstmals war beim PHILOS 2013 neben dem Urteil der Jury auch die Meinung der Öffentlichkeit gefragt. Per Online-Voting wählten die Besucher der PHILOS-Website im Oktober den Publikumspreis. Die meisten Herzen der Community eroberte das Projekt „Aktivwochenende für Hämophile“ der DHG Regionalgruppe Sachsen. Die jährlichen Treffen motivieren Hämophile aller Altersgruppen zu mehr Bewegung. Das vielseitige Angebot reicht vom Paddeln und Radfahren für die mobileren Teilnehmer bis hin zu Spaziergängen, Sauna- und Thermenbesuchen für weniger Bewegliche. Seit inzwischen zehn Jahren treffen sich rund 40 Betroffene und ihre Angehörigen in Burg/Spreewald, um Spaß zu haben, sich gegenseitig Mut zu machen und bei einem aktiven Leben mit der Hämophilie zu unterstützen. Der PHILOS Publikumspreis ist mit 2.500 Euro dotiert.